Kleine Wahlanalyse von Astrid Egger-Rinke
Vorbei ist Gott sei Dank die Zeit eines, gegen Ende hin, recht heißen und auch teilweise sehr untergriffigen Wahlkampfs. Ich sehe die Ergebnisse als Wahlerfolg für unsere Gruppe: Wir haben von den MitbürgerInnen, die uns das letzte Mal gewählt haben offensichtlich wiederum Vertrauen geschenkt bekommen und sogar einige WählerInnen dazubekommen. Das Wahlziel - das Gleich- und Gegengwicht für die Gemeindedemokratie sein zu wollen, ist aufgegangen. Die Mandatsverteilung gibt uns die Chance, tatsächlich in die Gemeindepolitik eingreifen und mitbestimmen zu können. Bei der ersten großen Fragestellung, der Bestellung des Vizebürgermeisters, werden wir sehr genau überlegen, welcher Person wir das Vertrauen schenken werden. Günstig wäre eine diesbezügliche Balance zwischen den zwei Machtblöcken zu schaffen. Unser zentrales Kriterium in dieser Frage wird aber letztlich sein, ob die in Frage kommende Person für dieses volksnahe Amt, mit Konstruktivität und Kooperationsbereitschaft und einem “großen Ohr” für die GemeindebürgerInnen, von Mutterberg bis Kampl, ausgestattet ist.
Wir haben viel echtes Mitfreuen auch von politisch Andersdenkenden erhalten, aber auch Vermeintliche, die in der Formulierung: “Seids scho zufriedn mit lei oam mandat?” manchmal ein bisschen Schadenfreude ausgedrückt haben. Natürlich wärs schön, wenn`s noch viel mehr “gründenkende” Menschen in Neustift gäbe - aber Stereotype, die Grüne ins Eck von Kommunismus, Anarchismus und Verhinderertums drängen, sind nach wie vor, besonders im ländlichen Raum, verbreitet. Gegen diese Art von Vorurteilen ist schwer anzugehen - dazu braucht es Zeit! Die Haltung: sich nicht populistisch zu “VERBIEGEN”, nur um ein paar Stimmen mehr zu erhalten, ist eine, die uns die Möglichkeit gibt, als Personen und PolitikerInnen authentisch bleiben zu können. Und diese Authentizität ist besonders in der Gemeindepolitik für WählerInnen nächprüfbarer als bei Landtags- und Bundes- und EU-Wahlen. Wir haben kritische WählerInnen, von denen wir Kritik an unserer Arbeit erwarten können und die uns dadurch die Möglichkeit geben, “am Boden” der Menschen zu bleiben, die, so wie wir, in Neustift “daheim sein” möchten.
Geschrieben am Mittwoch, 17. März 2010 um 19:40 . Thema unter Gemeinderat, Wahlen.
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