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Stubaier Gletscher

Grüne Argumente gegen das Luftschloss

Am Freitag, dem 24.4.09, gaben GR Schützenhofer aus Axams, der Klubobmann der Tiroler Grünen Georg Willi und ich eine Pressekonferenz zum Thema  Verbindung Lizum Schlick. Den Pressereader dazu können Sie unten lesen.

GR Christian Egger

mit den GemeinderätInnen sowie LA Georg Willi

Die Kalkkögelbahn von der Lizum in die Schlick wird nach Überzeugung der GRÜNEN nicht kommen:

1) Die Bahn ist rechtlich nicht machbar.
2) Die Bahn ist nicht finanzierbar.
3) Die Bahn macht betriebswirtschaftlich keinen Sinn.

    Zu 1) Die Bahn ist rechtlich nicht machbar.

    Die Bestimmungen zum Thema Ruhegebiete und das Tiroler Seilbahn- und Schigebietsprogramm 2005 sprechen eine eindeutige Sprache. Nachzulesen unter:

    http://www.tirol.gv.at/fileadmin/www.tirol.gv.at/raumordnung/downloads/lgbl032005.pdf

    Man müsste alle diese Grundsätze über den Haufen werfen, um die Kalkkögelbahn zu realisieren. Wenn das passiert, gibt es einen Rattenschwanz an Folgeanträgen.

    Das Pistenkilometer-Wettrüsten in Tirol und in den Alpen ist ein ökologischer Wahnsinn und wird auch ökonomisch letztendlich zum “Misserfolgsrezept”. Der ökologische Wahnsinn ist aufgrund der begrenzten natürlichen Ressourcen, aber auch aufgrund infrastruktureller und weiterer Grenzen (z.B.: Zillertalstraße,..) einfach zu argumentieren. Das ökonomische Risiko ergibt sich aus der Tatsache, dass immer größere Schigebiete auch immer mehr Leute (oder immer höhere Preise) brauchen, um wirtschaftlich betrieben werden zu können, und beides kann nicht fortwährend und grenzenlos gesteigert werden.

    Zur Zeit sind Schutzgebiete jedenfalls das wohl einzig wirksame Mittel, die diesem Wahnsinn Grenzen setzen und genau deshalb dürfen diese Bollwerke nicht bröckeln. Langfristig wird ihnen Tirol wohl vielzu verdanken haben.

    Daher stärken wir LHStv. Gschwentner den Rücken, der völlig zu Recht auf die eindeutige rechtliche Situation hinweist und das Projekt ablehnt.

    Zu 2) Die Bahn ist nicht finanzierbar.

    Bei der Diskussion „Bezirksblätter vor Ort“ in Fulpmes wurde wiederholt gesagt, dass der TVB Innsbruck und seine Feriendörfer 8 Mio. Euro zur Kalkkögelbahn beisteuern würde. Eine solche Zusage gibt es aber nicht, weder schriftlich noch mündlich.


    Es gab lediglich einen Hinweis, dass sich der TVB Innsbruck und seine Feriendörfer vorstellen kann, ebensoviel Geld für diese Liftverbindung bereitzustellen, wie für den Ausbau der Mutterer Alm und der Götzner Abfahrt. Aber nur unter der Voraussetzung, dass Fröschl auch in der Lizum investiert. Das hat er nicht getan. Außerdem enden alle Zusagen des TVB mit Ende 2009.

    Die Lizum verliert Gäste, weil die Gondelbahnen in Mutters und Götzens moderner sind und die Anfahrtszeit kürzer. So lange die Schneelage in Mutters und Götzens gut ist, werden diese Schigebiete eher besucht.

    Die Verbindung zwischen den Schigebieten Mutterer Alm – Birgitzköpfel hat für den TVB absolute Priorität vor der Verbindung Lizum – Schlick. Genau das will aber Fröschl nicht, weil dann die Lizum noch stärker unter Druck kommt.


    Niemand weiß, wer die knapp 30 Mio. € für die Verbindung Lizum – Schlick bezahlen soll, v.a. nicht, wenn die angeblichen 8 Mio. € des TVB in den Sternen stehen.

    Zu 3) Die Bahn macht betriebswirtschaftlich keinen Sinn.

    Die Betreiber des Kalkkögelbahnprojektes erwarten sich nicht mehr SchifahrerInnen, sondern eine bessere Verteilung der Gäste auf die beiden Schigebiete Lizum und Schlick. Wenn mit etwa gleich viele SchifahrerInnen eine 30 Mio. Euro teure Bahn gebaut werden soll, heißt das:

    a)     Kartenpreise hinauf oder

    b)     die öffentliche Hand bezahlt das ganze

    Das erste geht wohl schlecht und das zweite spielt sich nicht.

    Außerdem kommt ein großer Teil unserer Wintergäste aus Deutschland und Italien. Die wirtschaftliche Lage wird in den kommenden Jahren zu Einsparungen führen – also werden sich weniger Leute einen Winterurlaub leisten können. Oder sie suchen sich billigere Orte, die „all inclusive“ zu günstigsten Preisen anbieten.

    Die Argumente von Heinrich Klier zur geplanten Liftverbindung Lizum – Schlick sprechen eine klare Sprache.

    „Zum Thema Kalkkögelbahn wird ringsum fröhlich drauflosgeschwafelt, vorwiegend von Leuten, die keine Ahnung vom Bau und Betrieb von Seilbahnen haben. … Wie wir alle wissen, befinden sich die Gebiete im Großraum Innsbruck in einem ausgesprochenen Föhngebiet. Wenn Sie die Sperrtage am Stubaier Gletscher ansprechen, so kann ich nur sagen, dass eine Bahn, die hoch über den Gipfeln quer zum Föhn vom Kreuzjoch zum Hoadl hinüberführt, noch viel öfter gesperrt sein würde, als unsere Gletscherbahn. … Ich verstehe auch gar nicht, was eine neue Bahn bringen sollte. Wir befragen jeden Monat ca. 300 Gäste: … Im Winter erwarten sich 95 Prozent einen raschen, komfortablen, möglichst preiswerten Transport vom Tal ins Skigebiet. Und sie erwarten sich zweitens große, gut gepflegte Pistenflächen. … Zum Vergleich: Die Schlick hat 25 Hektar, die Lizum 75 Hektar Pistenfläche; unser Gebiet hat siebenmal mehr Fläche zur Verfügung, als die beiden Gebiete, die durch diese neue Bahn verbunden werden sollten, zusammen. Was aber passiert, wenn Sie wider alle Vernunft in ein Projekt investieren, bloß weil es Prestige verspricht? Das zeigen die Beispiele Neustift und Mieders, die beide mit ihren Achtergondeln überinvestiert haben und nun unter der Schuldenlast stöhnen. Mich ärgert das besonders, weil ich beiden seinerzeit eine leistungsfähige Vierergondelbahn, die wir abgebaut haben, praktisch kostenlos (als Sacheinlage) zur Verfügung gestellt hätte. Beide haben abgelehnt, Steinach hingegen mit einem hochkarätigen Unternehmer vorne dran, hat diese Anlage gern genommen.“

    Die GRÜNEN schlagen eine andere Lösung vor:

    Die Schigebiete des Stubaitales sollten unter einem einheitlichen Dach betrieben und vermarktet werden.

    Der Effekt: In Summe ergibt das die Pistenkilometer, die für viele Gäste angeblich so wichtig sind – allerdings aufgeteilt auf mehrere Schigebiete im Tal. Jedes dieser Schigebiete kann und soll bestimmte Zielgruppen ansprechen.

    Schigebiet

    Pisten-km leicht

    Pisten-km mittel

    Pisten-km schwer

    gesamt

    Stubaier Gletscher

    48

    39

    21

    108

    11er Lifte

    2

    5

    -

    7

    Schlick 2000

    13,5

    7,5

    1

    22

    Serlesbahnen Mieders

    5

    2

    -

    7

    Gesamt

    68,5

    53,5

    22

    144

    Quelle: bergfex.at

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