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Stubaier Gletscher

Gondelbahn über das Ruhegebiet?

Am 17. Februar 2009 luden die Planungsverbände Westliches Mittelgebirge und Stubaital alle GemeinderätInnen der zugehörigen Gemeinden zu einer Projektpräsentation „Verbindung Schlick 2000 und Axamer Lizum“. Da ich einen anderen Termin hatte, möchte ich euch den folgenden Text von Alexandra Medwedeff, einer grünen Gemeinderatskollegin aus Götzens, zum Durchlesen anbieten.

GR Christian Egger

Der Gemeindesaal in Götzens war gut gefüllt. Die Bürgermeister Rudolf Nagl (Axams) und Robert Denifl (Fulpmes) unterstrichen in ihrem Eingangsstatement, dass es um eine gemeinsame touristische Zukunft der beiden Planungsverbände ginge. Das Planungsbüro INN stellt anschließend die Planungen betreffend der Seilbahn vor. Eine Gondelbahn soll mit nur 3 (oder 4) Stützen vom Kreuzjöchl über das Hochtennjoch zum Hoadl führen. Das Ruhegebiet soll somit nur mit den Stützen im Bereich des Überganges tangiert werden.

Der Sinn dahinter ist einfach: das Stubaital verzeichnet viele Nächtigungen, die Region westliches Mittelgebirge eher wenige. Das größere Skigebiet ist aber auf der Seite des Mittelgebirges. Ein Zusammenschluss würde somit ein größeres Skigebie für das Stubaital nutzbar machen. Zusätzlich hat der Gletscher rund 13 Schließtage im Winter (vor allem wegen starkem Wind), wo den TouristInnen ebenfalls ein Ausweichskigebiet angeboten werden sollte.

In den Wortmeldungen stellte ein Vertreter des Tourismusverbandes Innsbruck und seine Feriendörfer klar, dass er das Projekt gut und wichtig finde, aber dass der Zusammenschluss Mutterer Almbahn mit Axamer Lizum sowohl zeitlich als auch finanziell vorrangig eingeschätzt würde.

Die übrigen Wortmeldungen stellten wenig das Projekt in Frage, sondern bekräftigten eher ihre Zustimmung zu dem Projekt. Einzelne kritische Stimmen (vor allem von Seiten der Grünen) äußerten sich kritisch zu den Themen erhöhtes Verkehrsaufkommen und der Veränderung des Naturerscheinungsbildes des Ruhegebietes. Aus eingen Wortmeldungen wurden auch die Differenzen der Gemeinden im Stubaital selber sichtbar.Aus meiner Sicht sind bei dem Projekt folgende Punkte kritisch:Die Planungsfirma sprach von einer „modernen Schutzgebietsentwicklung“. Was wir uns darunter vorstellen dürfen, blieb offen. Ein Biegen der Schutzgebietsbestimmungen nach Vorstellungen der Liftbetreiber? Dieser Punkt wird wohl der politische Knackpunkt bleiben: wird das Land die Ruhegebietsverordnung aufheben bzw. für diesen Seilbahnbau verändern? Welche Beispielwirkung wird das für andere Projekte in Tirol haben?Das Ruhegebiet selber war wenig Gegenstand der Diskussion. Haben unberührte Berge mit schützenswerter Substanz keinen Wert in Tirol?Das Verkehrsproblem wird zunehmen – durch ein größeres Skigebiet werden auch mehr Menschen hinfahren. Und wenn weniger ins Stubaital fahren, dann werden mehr Autos ins Mittelgebirge fahren. Nach den Anstrengungen der letzten Jahre, Mittel zu finden, den Verkehr zu mindern, bedeutet das wieder ein Ansteigen das Verkehrs fürs Mittelgebirge.Die Kosten sind mit geschätzten 28 Mio. € nicht zu gering. Wer soll diese tragen? Die Gemeinden? Der TVB? Die Betreiber? Bei der Diskussion wurden Diskussionen über die Finanzierung abgewürgt. BM Nagl war es wichtiger, die GemeinderätInnen auf die Sache einzuschören und Streiterein über die Finanzen zu verhindern.Werden trotz gegensätzlicher Behauptung mit der Errichtung der Bahn die Pisten ebenfalls ausgebaut? Werden die Pisten die SkifahrerInnen aufnehmen können? Oder werden die Skigebiete „schleichend“ erweitert werden?

Die nächsten Schritte ist die Diskussion der Thematik in den Gemeinderäten und Beschlüsse dazu. Die Planungsfirma INN hat auch von „Beteiligungsverfahren mit Beteiligten vor Ort“ gesprochen“. Ich bin schon gespannt, wie das weitergeht…

Alexandra Medwedeff

Ein Kommentar zu “Gondelbahn über das Ruhegebiet?”

  1. August 20th, 2010 um 21:44

    Liste Lebensraum Neustift » Blog Archive » Petition gegen Zusammenschluss Axamer Lizum-Schlick sagt:

    [...] Argumente gegen dieses Projekt wurden schon früher publiziert, zB hier und [...]

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